neue Fähigkeit: Trinkflasche als Tuba verwenden

Der Fachbegriff lautet übrigens rekommandieren. Ich kenne diese Gepflogenheit nur zu gut:
„Alles einsteigen! Gleich geht sie los, die wilde Fahrt! Noch schnell alle Gurte anlegen und die Haare glätten! Yeah! Ab geht’s! Festhalten! Juhu!“
Gefolgt von:
„Und eine letzte Runde noch! Eine geht noch! Hast du Spaß? Dann nochmal schneller – nur für dich! Die letzte Runde!“
Und das wird dann noch fünfmal wiederholt. Dann bin ich fertig damit, mich zu übergeben, denn der Ansager war hier mein Bauch nach einer indischen Fressorgie, bei der ich bedingt durch ein Buffet wieder kein Ende finden konnte.
Abseits davon, schallend zu sprechen, besteht aber gewiss noch die Möglichkeit des Musizierens. Weithin ist bekannt, dass Musizieren auch aus dem Stand möglich ist. Das nennt man dann singen. Wenn man sich während des Singens ein Instrument an die Zahnreihe presst, dann heißt das „ein Instrument spielen“. Tut mir leid, aber bei so vielen Vorfällen kann ich das, was da passiert, nicht anders beschreiben. Wer nur stundenlang in eine Trompete brüllt, und mir dann erzählt, er habe auf dem Instrument „gespielt“, der meint wohl auch, dass Choleriker, die gerade „Mensch ärgere dich nicht“ spielen, als Entspannungsmelodie im Spa herhalten sollten.
Eben genanntem Beispiel folgend konnte meine Tochter dann auch „ein Instrument spielen“ – die Tuba. Dieses tief brummende Blechblasinstrument fand dann als Plastikbrumminstrument Einzug in unser Leben.

Trinkflasche als Tuba verwenden

Nachdem Sprechen mit Becher bei vollem Anpressdruck schon ganz gut funktioniert hat, erweiterst du dieses Prinzip um die Kunst der Musik.
Eine Schwingung so tief, dass sie fast im Niederfrequenzbereich von Elefanten wahrgenommen werden könnte, wabert durch die Wände von Mama und Papa. Applaus brandet im Publikum auf, welches jedoch nur aus Papa besteht. Mama ist der Meinung, dass vielleicht ein anderes Instrument in fortgeschrittenerem Alter besser geeignet ist, Material und Hörorgane umstehender Personen besser zu schonen.
Aber lässt du dich davon beirren? Mitnichten. Es gibt ausreichend Beispiele von Kunst, die viele erst als Unsinn diffamiert haben, die sich später aber durchsetzen konnte. Denke dabei nur an den Expressionismus, der in seiner frühen Zeit als Ansammlung von sinnlosen, verstörenden und wirren Formen mit loser Verbindung zum mündig denkenden Menschen galt, oder aber Schlagermusik, die in ihrer frühen Zeit als Ansammlung von sinnlosen, verstörenden und wirren Formen mit loser Verbindung zum mündig denkenden Menschen galt.
Die Zeit hierfür wird kommen. Irgendwann. Sehr wahrscheinlich nie, aber möglicherweise irgendwann.