neue Fähigkeit: Furcht vor dem Unerklärlichen

Bewegung kann im Kindesalter etwas Unterhaltsames, Entwickelndes und Schönes sein. Doch ach so nah liegt das genaue Gegenteil: die Furcht vor der Bewegung, die mit dem aktuellen Wissensstand nicht erklärt werden kann.
Sie müssen verstehen, auch mir sind manche Bewegungsabläufe nicht ganz geheuer, ja fast nicht rational erklärbar, sogar möglicherweise übernatürlichen Ursprungs:
• In weiblicher Begleitung in eine Filiale eines Bekleidungshändlers gehen. Nimmt nie ein gutes Ende, ist nicht mal ein wenig unterhaltsam, und trotzdem mache ich es immer wieder.
• Der Griff in den Kühlschrank, hin zur Schokolade, obwohl die Waage am morgen hart mit mir ins Gericht gegangen war. Das muss übernatürlich sein, und ist deshalb nicht mein Verschulden.
• In einem Zug rückwärts seitwärts einparken. Davon gibt es komischerweise keine Videos bei Youtube.
• Die V-Geste, die viele Menschen ganz automatisch mit den Fingern machen, wenn sie realisieren, dass sie gleich Teil eines Selfies werden – wahrhaftig einzigartig, und das jedes Mal. Bestimmt.
Aus Kindersicht ist aber wichtig, dass Bewegungen entweder selbst erfahren werden, zum Beispiel das Ziehen an einem Seil, oder aber beobachtet und verstanden werden, etwa wenn Papa an einem Seil zieht, es abreißt, und er unsanft auf seinem Allerwertesten landet. Es ist schön, wenn Wissen mit Spaß verbunden werden kann.
Dann gab es aber noch die physikalischen Prinzipien, die ich glücklicherweise erklären konnte, da ich in der Schule just in diesem Moment ausnahmsweise mal aufgepasst hatte.

Furcht vor dem Unerklärlichen

Dein Papa möchte dich unterhalten und denkt sich, dass es bestimmt lustig wäre, dir zu zeigen, was man mit Magneten anstellen kann.
Dass sich der Magnet auf der Oberseite des Tisches aber wie von Zauberhand bewegt, kannst du nicht verstehen oder verarbeiten. Deshalb bekommst du es mit der Angst zu tun und verlangst die umgehende Einstellung dieser Hexerei.
Auch die folgende Erklärung akzeptierst du nicht und schiebst die ketzerischen Magnete beiseite, weit weg von dir. Zum Trost darfst du auf eine deiner Lieblingsbewegungen zurückgreifen: das Führen einer Traube hin zu deinem Mund.

Die künftige Physik-Lehrkraft wird nochmal viel Freude mit ihr haben.